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Noch etwas höher E-Mail

photocase826984422_geruehrt.jpgNoch etwas höher. Einige Zentimeter noch und ich kann sehen was sich hinter der Mauer verbirgt. Nun machen Sie schon und strengen Sie sich an, versagen Sie nicht schon wieder. Noch etwas höher ....

So stehe ich auf den Schultern des Mannes unter mir und bitte ihn doch endlich auf den Holzstoß zu steigen der in kleiner Höhe vor ihm aufgebaut ist. Und trotz mehrmaliger Anstrengung vermag er es nicht diesen zu ersteigen. Er vermag es nicht seine Füße noch 10 kleine Zentimeter höher zu erheben, um endlich den kleinen Holzstoß zu erklettern. Ich, mit einer Mauer vor dem Kopf, vermag es nicht mit meinen ohnehin bereits klammen Fingern den First der Mauer zu erreichen, um mich mit einem Klimmzug, den ich vermutlich nicht in der Lage bin zu vollziehen, die restliche Mauer hoch zu ziehen, um alsbald auf ihr zu stehen. Von dort oben schildere ich, was ich zu sehen in der Lage bin.

Der Mann unter mir ächzt und bittet mich endlich wieder von ihm abzusteigen. Ich wiederum bitte ihn, sich zusammen zu reißen um endlich auf den kleinen Holzstoß vor ihm zu steigen. Sein Kopf wird bedrohlich rot, seine Kappe verrutscht, sein Pullover wird von mir zertreten und er beginnt zu schwanken. Ehe ich mich versehe, lande ich am Rücken hinter dem Mann in der Wiese und sehe die Mauer plötzlich aus einer gänzlich anderen Perspektive, beginne aus Atemnot zu röcheln, deute noch mit der linken Hand er möge mir helfen, um Sekunden später mein Bewusstsein zu verlieren.

Als ich zu mir komme, befinde ich mich in meinem Bett und weiß in der Sekunde nicht, ob es einer meiner zahlreichen Träume war oder ob man mich hier her brachte um mich sicher zu lagern, endzulagern. Der Mann war mir kaum bekannt, ich gehe davon aus, dass er über Kontaktpersonen aus meinem Handyregister meine heimatliche Liegestatt erkundigte um mich hier endzulagern.

Ich fand mich so nah am Ziel und dieser Kerl versagte in seiner gesamten Größe. Mir war es nicht möglich, besagte Mauer zu erklimmen um ihr Dahinter zu ergründen. Was für ein schwarzer Tag. Groß und stark war zu wenig, ich brauche extra groß und meinetwegen nur halb so stark. Um gerade zu stehen brauche ich keine Stärke und wenn ich ihn vorher auf den Holzstoß klettern lasse, dann sollte es sich ausgehe, dass ich sehen kann, was sich hinter der Mauer mit den merkwürdigen Geräuschen verbirgt. Ich weiß, ich könnte auch ein Kaleidoskop verwenden, aber Kaleidoskope gibt es hier in unserer Gegend keineswegs wie Sand am Meer. So bleiben nur die Schultern von Männern, die willens sind Geheimnisse zu ergründen. Die willens sind Geheimnisse zu ergründen, ohne sie selbst je gesehen zu haben.