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Yoga über alles E-Mail
aboutpixel_de_scubagirl_yoga_2.jpgMit Yoga erspare ich mir viel. Naja, nicht ganz, schließlich besuche ich besagte Yoga-Stunde zweimal die Woche, das kostet und doch erspare ich mir viel. Im Sommer spare ich extra Sauna-Besuche, denn inkludiert im Preis ist heftigstes Schwitzen. Nun wird der geneigte Leser möglicherweise erwidern, dass man im Sommer ohnehin die Sauna weniger oft frequentiert, das kann ich leider nicht beantworten, da ich keinesfalls ein Sauna-Freund bin. Ich vertrage diese trockene Hitze einfach nicht, Yoga allerdings schon.
Yoga-Schwitzen ist kein Sauna-Schwitzen kann ich höchstens erwidern. Im Angesicht mit der wiederkehrenden Pein, schießt der eigene Körpersaft aus jeder einzelnen Pore und macht entsetzlich nass. Die Nässe veranlasst, dass ich mich in einen glitschigen Yoga-Schüler verwandle und meiner geneigten Lehrerin nicht nur einmal entkomme, durch den Raum schieße, bis sie mich wieder eingefangen hat. Man stelle sich eine Badezimmer-Seife auf der Flucht vor, so ähnlich sieht es bei mir aus, nur viel größer, lauter und meinerseits hysterischer als es jemals ein Stück Seife in der Lage wäre.

Wenn wir Schüler dann richtig ordentlich schwitzen, holt sich unsere Peinigerin heimlich ein Handtuch und reinigt sich nach jedem Kontakt mit uns darin. Sie macht es vollkommen unauffällig und doch sieht jeder, dass es ihr ekelt. - Verständlich, denn wir ekeln uns auch vor einander und verhindern jeden verbindlichen oder unverbindlichen Körperkontakt. Was dazu führt, dass ich vehement gegen sogenannte Partnerübungen revolutioniere. Mir scheint, besagte Partnerübungen fallen in der Jahreszeit des Schweises ohnehin flach, niemand will den anderen berühren und wenn, dann nur mit dünnen Plastikhandschuhen. Letztere werden mit angewiderten Blicken übergestreift, zuvor wird um die jeweilige Lieblingsfarbe gebalgt. Rote Plastikhandschuhe könnte es viele geben, die sind am beliebtesten, dann folgt Blau. Die grünen Handschuhe kommen nicht gut an und die durchsichtigen, unscheinbaren Handschuhe will auch kein Mensch. Wir warten also darauf, dass sie unsere Lehererin anzieht bevor sie uns einrichtet. Das scheint ihr allerdings zu umständlich. Vielleicht hat sie auch eine Aversion gegen dünne Plastikhandschuhe, es heißt man schwitzt so darin, dabei sind sie ohnehin bepudert, also kein Grund zu schwitzen.

Yoga kann mühsam sein, vor allem in Jahreszeiten in denen die Raumtemperatur glauben lässt, in einer finnischen Sauna zu, verzeihen Sie mir ... zu turnen. Ich sehe schon unsere geneigte Yoga-Lehrerin, von ihrem geliebten Mann auf diese Zeilen aufmerksam gemacht, vor dem Bildschirm sitzend erblassen. Ja, so schlimm war es wirklich. Sie war die Fischerin, wir die glitschigen Fische. Mit dem feinen Unterschied, dass uns kein Haken aus dem Maul gezogen werden musste. Dafür mussten wir alles was hinten ist nach vorne kehren und umgekehrt. Dann blickt sie vergnügt in die Runde und spornt uns an, alles was unten ist nach oben zu kehren und nochmals umgekehrt. Und wenn wir vollkommen durcheinander sind und nicht mehr wissen wie wir heißen, dann, erst dann kommt sie so richtig in Fahrt und ... sie nennt es "sie richtet uns ein", wir nennen es meistens, "sie foltert uns". Gepeinigte Kollegin Johanna weiß ein Lied davon zu singen, denn irgendwann war sie ein lebender Korkenzieher, nur es hätte keine Flasche gegeben auf die er gepasst hätte. Also wurde sie wieder entdreht und nun können wir abwarten, als was wir demnächst in der doch ausnahmslos geliebten Yoga-Stunde mutieren werden.