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about_pixel_rallegrafix_ap4ad766e080411_175px.jpgUnlängst war ich in einer deutschen Kochshow eingeladen, 5 Tage Herausforderung, 5 Tage mit unterschiedlichsten Gerichten, 5 Tage Hektik, Blut und Schweiß. Zum Glück hatte ich als Gastgeber meinen Lieblingskoch Johann Lafer. Ihn schätze ich über alles, denn er, das gutmütige Kochtalkshowrelikt, weiß wovon er spricht. Mit Johann zu kochen macht Spaß, denn nur er zeigt in wenigen Handgriffen wie Orangen richtig filetiert werden.

Eigentlich hatte ich mir das alles anders vorgestellt, ich dachte, dass ich mir ein paar Cent dazu verdiene und dies über meine Teilnahme an der Kochshow im ZDF. Meinem Freundeskreis erzählte ich davon nichts, denn ich wollte mich keinesfalls blamieren und war mir zudem äußerst sicher, dass hier besagte Kochshows NICHT gesehen werden. Bis zum heutigen Tage sprach mich auch niemand darauf an. Ich dürfte also mit meiner Vermutung Recht behalten haben.

Bei meiner Ankunft in Hamburg, dort fand die Aufzeichnung statt, wurde ich von einem Fahrer der Produktion abgeholt und sogleich ins Studio gebracht. Wir besprachen meine Rezepte, am ersten Tag würde ich mein Lieblingsgericht kochen, am zweiten eine Vorspeise, am dritten eine Hauptspeise mit einem Dessert, am vierten Tag wieder irgendwas selbst gewähltes, am fünften Tag eine Gemeinheit vom Starkoch Johann Lafer, bestehend aus Hauptspeise und Dessert. Zu den Rezepten gab es außerdem eine von mir fein säuberlich zusammen gestellt Einkaufsliste, mehrfach gecheckt, damit ich nicht mit leeren Händen oder Tellern im Studio stehe.

Nein, ich hatte es mir ganz anders vorgestellt. Vor allem ruhiger. Es ist eine unmögliche Prozedur im Scheinwerferlicht mit mindestens 5 Kameras und ungezählten, also geschätzten 60 Augenpaaren auf einen gerichtet, noch in Ruhe kochen zu können. Die meisten Gerichte probierte ich mehrere Male zuhause aus. Mit dem Erfolg, dass, bedingt durch die Wiederholungen der Gerichte, sich nur noch wenige Eingeweihte fanden, die Lust hatten, noch einmal zum Beispiel Lammnüsschen auf einem Beerenspiegel an Kartoffelkruste zu essen. Also kontaktierte ich zahlreiche meiner Nachbarn und lud sie zur Wiederholung der Wiederholung und erntete großes Lob. - Wie auch an jedem einzelnen Aufzeichnungstag. Ich schaffte bravourös jede Hürde und kippte erst im Finale gegen eine junge Frau raus, die wesentlich besser als ich war, beziehungsweise um bei der Wahrheit zu bleiben, der an diesem Tag weniger Fehler passierten als mir. Aber wie schon gesagt, mit dieser fernsehbedingten Aufregung rund um einen noch konzentriert kochen zu können ist eine Meisterschaft für sich.

Einen großen Dank verdient Johann Lafer, der mir mehr als einmal aus einer sich abzeichnenden Patsche geholfen hat. Einen Dank auch an die Produzentenmannschaft die das ihre dazu beitrug um den Aufenthalt in Hamburg so erlebnisreich wie möglich zu gestalten.