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In der Schwerelosigkeit E-Mail
_mg_0977_2_2_die_elmo.jpgEs passiert nicht oft, dass man von einem wohlhabenden Geschäftsmann zu einem Orbit-Flug eingeladen wird. Noch dazu zu einem der ersten Orbit-Flüge. Dank meiner Kontakte zu Richard Branson und seiner Virgin Airline erhielt ich vor wenigen Wochen besagte Einladung und darf mich ab nun darauf freuen in noch weniger Wochen so hoch zu fliegen, dass ich einige Minuten der Schwerelosigkeit erlebe. - Mit allen Risiken, denn diese stehen auf 21 Seiten, fein säuberlich aufgelistet, im Briefanhang.
Als Hauptrisiko gilt wohl die Möglichkeit mit dem Flugzeug so weit in die Schwerelosigkeit zu kippen, dass wir nie wieder die Erde erreichen werden. Dafür gibt es jedoch die einzigartige Möglichkeit als geplantes Notprogramm an der Internationalen Raumstation anzulegen. Freilich dürfen wir diese nicht betreten, denn der Orbit-Flug ist für 22 Passagiere ausgelegt und die hätten niemals Platz in der Raumstation. Wir würden also anlegen und es würde beraten werden wie wir wieder zurück kommen. Angeblich wäre nur ein "Fenster" abzuwarten und dann wäre die Rückreise "vollkommen problemlos".

Es gibt im Verlauf eines Lebens Geschenke die einen überlegen lassen, ob man sie überhaupt annehmen soll. Der beschriebene Orbit-Flug, vor allem seine Risiken, führen zu ständig wiederkehrenden Überlegungen die Einladung abzutreten oder jemandem zu schenken den ich nicht richtig gut leiden kann. Auf Wiedersehen, guten Tag Supernova. Gut, wir müssen ja nicht mit dem Schlimmsten rechnen. Richard B. wird sich wohl etwas dabei gedacht haben, dass er diese Flüge anbietet und mich dazu einladen möchte. Bei besagtem Flug ist er nicht dabei, aber beim allerersten. Also wird es sicher genug sein und wir werden alle wieder heil unten auf der Erde landen.

Und doch muss es DAS Erlebnis sein. Die Erde von so weit oben, Europa so klein und verletzlich, Berlusconi vollkommen unsichtbar. Da fällt mir ein, sollte der Flug tatsächlich unsicher sein, dann könnte man vorschlagen ungeliebte Politiker auf Steuerzahlers Kosten mitfliegen zu lassen. Dann hätte es endlich Sinn, dass Steuergeld verprasst wird.

Was mich ordentlich verunsichert ist, dass ich den Flug "nüchtern" anzutreten habe. Damit ist keinesfalls übermäßiger Alkoholkonsum gemeint, vielmehr, dass ich den ganzen Tag nichts zu mir nehmen soll, zumindest keine Speisen. Trinken darf ich bis 2 Stunden vor dem Flug, jedoch keinen Kaffee oder andere Getränke mit Coffein. Alkohol ist bereits eine volle Woche davor zu meiden. Eine Begründung wird nicht angeführt, ich gehe nun mal davon aus, dass der Flug beziehungsweise die Schwerelosigkeit den Magen ausheben will. Logisch, da verlieren Kotztüten ihre Funktion. Das sieht man sogar auf "youtube-Filmen", alles rinnt nach oben, nichts in die Tüte. Das will weder ich, noch mein eventuell durch mich in Mitleidenschaft gezogener Nachbar. Nein, sollte ich tatsächlich mitfliegen, dann werde ich fasten was das Zeug hält und keine der vielen Regeln brechen.

Ich sage also zuerst mal zu und dann kann ich es mir noch immer überlegen.